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An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;
Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.




Johann Wolfgang von Goethe




10.6.07 14:11
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


lilligreen / Website (14.6.07 23:04)
Vermisster Traum ich will jetzt tanzen?im kalten Bach, ganz regungslos?Vermisster Traum will dich erträumen?ein letztes Mal mit dir allein....??Kaputtgelebt, zerstörte Seelen, ?mißhandelt leer, so ohne Sinn,?leergelebt, verstörte Träume,?es ist kein Mensch, der keinem fehlt.......??~Goethes Erben - Vermisster Traum~


anny (14.6.07 23:20)
warten auf den Tag an dem der Traum aufhört zu atmen.... I miss the dream, it was so much more than just empty as it seems.. what ever, ganz regungslos, ich bin allein..traurig.. spüren kann ich mich nicht, aber ich danke dir für den Tip mit der Freiheit!

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